Fahnenweihe

Fahnenweihe1715 – Anlässlich der Einweihung des neuen Schützenhauses am Anger stiftete der Rat der Stadt Coburg, einem Eintrag im Ratsprotokoll zufolge, der Schützengesellschaft eine Standarte für die berittenen Coburger Schützen. Sie ist somit die älteste, noch erhaltene Coburger Schützenfahne und wird bis dato auf dem Rathaus verwahrt, von wo sie die Schützen nur zu festlichen Veranstaltungen abholen. Der noch in unseren Tagen geübte Brauch des Einholens der Fahne beim Schützenauszug des alljährlichen Vogelschießens, ist die Fortführung der alten Sitte.

Seit dem Jahr 1937, als die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Coburg der Schützengesellschaft Coburg angegliedert und die Zimmerstutzen-Fahne zur Hauptfahne wurde, wird die 1715 gestiftete Standarte als Traditionsfahne bezeichnet. 1945 entging die Fahne nur knapp dem Schicksal als Kriegsbeutegut. Nur Minuten bevor am 11. April US-Truppen das bereits verlassene Rathaus besetzten, konnte Schatzmeister und Fahnenträger Alfred Marquardt die Traditionsfahne aus dem Gebäude holen und sie unter großem Risiko bis zur Wiederaufnahme des normalen Vereinslebens 1949 u.a. in seinem Haus am Markt 17 verstecken. Das Fahnentuch der Traditionsfahne an sich ist 95 x 57 cm groß und zeigt in feiner Stickereiarbeit auf der Vorderseite den schwarzen meißnischen Löwen im frühbarocken gelben Schild, der von einem Lorbeerkranz umgeben wird. Darüber ist in Form eines Schriftbandes das Jahr der Stiftung eingestickt, mit den Buchstaben SPQC (senatus populusque coburgensis, d.h. Senat und Volk von Coburg).

Die Kehrseite weist das Bild des Mohrenkopfes, als Stadtwappen von Coburg, im ähnlichen Schild auf, darüber die Jahreszahl und Buchstaben: „18. R. d. 5. Ag. 58“, welche bedeuten:Renoviert den 5. August 1858. 1908 wurde das Fahnentuch überarbeitet, indem ein neuer, seidener Fahnenbezug, gestiftet von Fahnenträger Eugen Zeruneit, angebracht
wurde.

Das Fahnentuch war an einem ursprünglich reich schwarz—gelb gekehlten Schaft befestigt der als Bekrönung eine in Gestalt des sächsischen Rautenkranzes durchbrochene Messingspitze trug. Der gekehlte Fahnenstab wurde Mitte der 1970er Jahre durch einen glatten Stab ersetzt, die Messingspitze daran weiter verwendet. Beide Fahnenstäbe befinden sich noch im Eigentum der Schützengesellschaft.

Bis zu ihrer Restaurierung 1994 wurde die Traditionsfahne bei Umzügen geschultert getragen. Bei der Überarbeitung 1994 bekam die Fahne einen Fahnenstab mit Ausleger und wird seither im Köcher getragen.

Die Fahnenträger der letzten 115 Jahre:

  • 1899 – 1922: Eugen Zeruneit
  • 1922 – 1950: Alfred Marquardt
  • 1950 – 1965: Paul Hallatsch
  • 1965 – 1987: Paul Henzel
  • 1987 – 2014: Horst Carl
  • Seit 2014: Holger Carl

Holger Carl
1.Schriftführer

Quelle:
Archiv der Schützengesellschaft Coburg 1354 e.V.